Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Soonwald Rheinböllen

Der Soonwald von 60 Millionen Jahre eine subtropische Insel

Die innere Dynamik der Erde ließ zu Beginn der Erderneuzeit vor 60 Millionen Jahren den Oberrheingraben und das Mainzer Becken einsinken. Während klimabedingter globaler Meeresspiegelhochstände konnte so wiederholt, meist von Süden kommende Meeresfluten weit nach Westen und Norden vorgreifen. Der Hunsrück bildet die nördliche Küste dieses subtropischen Binnenmeeres im Mainzer Becken. Die Ufer des flachen, sich fjordartig durch viele Inseln von Mainz bis weit hinter Bad Kreuznach dahin ziehenden Meeres, waren von Wärme liebenden Laub- und Nadelbäumen bewachsen. Das Meer war besiedelt von einer artenreichen subtropischen Fischfauna, nebst Großsäugern wie Seekühen, die heute häufig in Küstenbereichen mit brackigen Wasserverhältnissen, also zum Beispiel in Mündungsbereichen großer Flüsse zu finden sind. Ihre fossilen Knochenreste finden sich heute noch in den bis zu 200 Meter mächtigen Meeressanden des Mainzer Beckens. Die

Insellandschaft des Soonwaldes


Ein besonders starker Meeresspiegelanstieg von 32 Milionen Jahren ließ das Meer des Mainzer Beckens in den Hunsrück aufsteigen. Altangelegte Täler von Rhein, Guldenbach, Simmerbach und Hahnenbach waren die Ausbreitungskorridore für das von Süden her eindringende Meer. Beim Höchststand des Meeresspiegels waren vermutlich weite Bereiche des Rheinischen Schiefergebirges sehr flach überflutet. Der nur kurze Meereseinbruch im Hunsrück hinterließ kleine Ton-, Sand- und Kiesvorkommen. Der Vertreter für diese Kiese in der Geo-Erlebnisstation stammt aus dem Guldenbachtal. Seine große Gerölle sind durch eine schwarze, sehr erzhaltige (Mangan) Grundmasse miteinander verkittet. Die lange intensive Gesteinsverwitterung der Hunsrückgesteine unter festländischen, subtropischen Bedingungen führte auch zur Anreicherung von Eisen im Boden, den sogenannten Hunsrück-Erzen und ihrer durch Umlagerung als lagige Eisenerz- Krusten entstandenen Variante der Soonwalderze,die, wie der Name verrät, sich auf Vorkommen im Soonwald beschränken und das typische Erz der Grube Neufund in Argenthal sind. Diese Meeresphase war im Hunsrück nur von kurzer Dauer mit Abkühlung des Weltklimas verschwand das Meer wieder aus dem Hunsrück. Vor rund 20 Millionen Jahren zog sich das Meer auch wieder aus dem Mainzer Becken zurück und schuf Platz für die weiterläufige Flusslandschaft des Urrhein, in deren warmem Klima Urelefanten uuuns Menschenaffen lebten.

Entstehung der Beckenlandschaft


Etwa 8 Millionen Jahre nach der Gebirgswerdung des Hunsrück senkte sich entlang seiner südlichen Flanke eine Beckenlandschaft ein, das Saar-Nahne-Becken.. Seine ältesten Ablagerungen, auf ein Alter von 317 Millionen Jahren datiert, sind der Anfang der erdgeschichtlichen Epoche des Permokarbon, welche aus den festländischen Phasen des oberen Karbon und dem ebenfalls festländischen Anteil des Perm, dem Rotliegend besteht. Stetiges Absinken der Beckenlandschaft sammelte in einen Zeitraum von rund 45 Millionen Jahren eine Gesteinssäule von mehr als 6 Kilometern Dicke an. Ihre verschiedenartigen, festländisch gebildeten Gesteine berichten wie in einem Zeitraffer von den Wandlungen dieser Landwirtschaft während unterschiedlicher Klimaphasen.