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Waisenhaus Rheinböllen

Vorschaubild

mit Kath. Kapelle zur unbefleckten Empfängnis Mariä

Die Anlage entstand nach Auskünften der früher dort tätigen Dernbacher Schwestern (Arme Dienstmägde Christi) in mehreren Phasen. Kurz vor 1862 stiftete Jenny Puricelli ein Kinder- und Waisenheim. 1862 bis 64 entstand der eigentliche Waisenhaus-Ausbau. 1887 – 88 wurde die Waisenhauskapelle durch Stiftung von Franziska Puricelli errichtet und 1891 zu Ehren der „Unbefleckten  Empfängnis Mariens“ konsekriert. Der Flügelbau des Altersheims war Krankenhaus und ist mit Ankerzahlen 1887 datiert. Trotz der langjährigen  Bauzeit liegt der Anlage ein einheitliches Gesamtkonzept von dem Kölner Architekten Heinrich Wiethase zugrunde.

Baubeschreibung:

Geschlossene Baugruppe aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Flügeln. Der Nordflügel, anstoßend an das Haupthoftor, umfasst das zweigeschossige Waisenhaus, der Ostflügel, mit dem Waisenhaus durch einen jüngeren Torbau verbunden, die Kapelle und das zweigeschossige Krankenhaus. Unverputzte Soonwacke, einheitliche neo-gothische Formen von solider handwerklicher Qualität. Die stattliche neugothische Kapelle ist eine Säulenhalle von großartig ausgewogener Raumwirkung. Im Mittelschiff – Kreuzrippen-Gewölbe. Die sehr schmalen Seitenschiffe mit quer gestellten Tonnengewölben wirken eher wie Abseiten. Eingezogener, kreuzrippen-gewölbter Chor. An seiner Südseite befindet sich die Stifterloge, an seiner Nordseite die Sakristei.

Ausstattung:

Die Kapelle hat ihre einheitliche Ausmalung und ihre qualitätvolle Ausstattung der Erbauungszeit vollständig erhalten. Sie ist dadurch ein wertvolles Zeugnis gepflegten Kunsthandwerks des späten 19. Jahrhunderts und zugleich ein in dieser Gegend seltenes und frühes Beispiel industriellen Mäzenatentums.

Die Ausmalung ist überwiegend dekorativ gehalten und erstreckt sich auf die Sockelzone im Langhaus mit gemalten Kreuzwegstationen, und im Chor, auf die Umrahmung und Gewände der Chorfenster und auf sämtliche Gewölbekappen. Die Sockelzone der Langhauspfeiler wurde 1969 verändert. Die Ausstattung der Kirche umfasst: Die gesamte Fensterverglasung, darunter im Chor zwei figürliche Fenster, links die Kreuzigung, rechts die Auferstehung Christi. Mosaikfußboden; Marmormensa mit Marmor-Antependium; mehrteiliger, bemalter, geschnitzter Schrein als Hochaltar-Aufsatz; Kanzel aus geschmiedetem Eisenstabwerk, Kommunionbank aus Holz; Betstuhl der Stifterfamilie mit reichem Schnitzwerk; Gestühl; hölzerner Windfang der Westtüre; westliche Holzempore mit geschnitzter Brüstung; Orgel mit acht Registern; Betpult aus Holz; Geschmiedete Kerzenhalter an den Langhauspfeilern.